Operation Restore Hope

(Somalia, 1992-1994)

Mit dem Engagement der USA in Somalia (1992-1994) verbindet man zumeist den Einsatz der US Army Rangers in der Schlacht von Mogadischu. Dabei kam es zu einem fast vierundzwanzigständigen Gefecht zwischen US amerikanischen Einheiten und den Anhängern des somalischen Diktators Aidid, in dessen Verlauf zwei Black Hawk Helikopter abgeschossen wurden. Bekannt wurde dieser Einsatz vor allem durch den Film Black Hawk Down von Ridley Scott, der auf dem gleichnamigen Tatsachenbericht von Mark Bowden basiert.

Dabei wird allzu oft vergessen, das der Kampf amerikanischer Spezialeinheiten bereits lange von diesem denkwürdigen 3. Oktober 1993 begann. Es folgt hier nun ein kleiner Abriss der Vorgänge in Somalia mit einem besonderen Augenmerk auf die dort eingesetzten SEALs.

Die ersten Spezialeinheiten kamen bereits seit August 1992 im Rahmen der Operation PROVIDE RELIEF in Somalia zum Einsatz. Es handelte sich dabei hauptsächlich um Angehörige der 5th Special Forces Group (Airborne), die in Kenia stationiert waren und deren Hauptaufgabe es war die Versorgungsflüge nach Somalia zu sichern.

Die breite Öffentlichkeit wurde jedoch erst Ende des Jahres 1992 durch die Operation RESTORE HOPE auf das afrikanische Land aufmerksam. Am 2. Dezember erteilte der damalige General Cohn Powell den Befehl die humanitären Versorgungseinrichtungen in Mogadischu und damit die Lieferung und Verteilung von Lebensmitteln an die Zivilbevölkerung zu sichern. Dem dafür vorgesehenen amphibischen Landeverband bestehend aus den Schiffen USS Tripoli, USS Juneau und USS Rushmore gehörten neben der 15th Marine Expeditonary Unit (MEU) auch ein Special Boat Unit (SBU) Detachment und ein Platoon des SEAL Team 1 an.

Da es keine genauen Karten der Küstenregion vor Mogadischu gab, bestand die erste Aufgabe der SEALs darin die Stranderkundung für die Landungstruppen der Marines durchzuführen. So führten die SEALs in den zwei Nächten vor der Landung mehrere Erkundungs- und Aufklärungseinsätze durch, bei denen sie bis in den Hafen von Mogadischu schwammen.

Als die SEALs dann in der Nacht des 9. Dezember an Land gingen, um Stranderkundung in Echtzeit durchzuführen und die Strandzone zu sichern, sahen sie sich einer Meute bereits wartender Journalisten gegenüber. Anstelle von Feindfeuer erwartete die überraschten SEALs ein wahres Blitzlichtgewitter (was die SEALs mindestens genauso fürchten). Schnell richtete sich die Aufmerksamkeit der Journalisten jedoch auf die nachrückenden Marines und die SEALs konnten in die Nacht verschwinden. Die SEALs führten noch einige ähnliche Missionen durch, unter anderem eine Erkundung des Hafens von Kismaayo.

story_restore_hope_01Im Februar 1993 wurden die SEALs durch ein Platoon des SEAL Team 2 abgelöst, welches mit der Amphibious Ready Group Wasp im Einsatzgebiet eintraf. Eine ihrer ersten Missionen bestand in der Aufklärung des Jubba River, welcher wie sich zeigte als Transportweg von Waffenschmugglern genutzt wurde. Im weiteren Verlauf des Jahres 1993 führten die SEALs unzählige Einsätze durch, viele davon in den Monaten April und Mai, und gerieten dabei bei mehr als 60 Kampfeinsätzen unter feindliches Feuer.

story_restore_hope_02Nachdem die Lage dann während es Sommers eskalierte (Aidids Milizen töteten bei einem Hinterhalt 24 pakistanische UNO-Soldaten), wurde im August eine Joint Special Operations Task Force unter rein amerikanischer Befehlsgewalt nach Somalia geschickt, um den dominierenden Clan-Führer Aidid zur Strecke zu bringen. Diese Task Force (TF) Ranger traf am 28. August 1993 im Land ein und Bestand überwiegend aus Army-Angehörigen des 75th Ranger Regiments, der Delta Force und des 160th Special Operations Aviation Regiment. Zur Einheit gehörten jedoch auch einige Pararescue Jumper (PJs) der Air Force und Mitglieder des SEAL Team 6. Die TF führte in den Monaten August und September insgesamt sechs Missionen in und um Mogadischu durch, alle mit dem taktischen Erfolg die Bewegungsfreiheit des Diktators einzuschränken. Doch das primäre Ziel, die Gefangennahme oder Tötung Aidids gelang nicht. Am 3. Oktober startete die Einheit dann unter dem Codenamen IRENE ihre siebte Mission, die allen wie bereits erwähnt unter dem Titel Black Hawk Down ausreichend bekannt sein dürfte.

 

In der Zeit nach diesem Einsatz wurde die amerikanische Militärpräsenz in Somalia kurzzeitig drastisch erhöht. Es wurden weitere Spezialeinheiten nach Somalia entsandt, darunter ein Platoon von SEAL Team 2 und ein weiteres von SEAL Team 8. Unter dem wachsenden politischen Druck entschied sich die US Regierung dann jedoch den Großteil ihrer Truppen aus Somalia abzuziehen. Am 25. März 1994 wurde das Kapitel Somalia schließlich geschlossen, mit dem Ergebnis dass dort heute immer noch Chaos und extremes Elend herrschen und wieder Menschen verhungern.

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