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Operation Just Cause(Panama, 1989)Mitte der 80er Jahre erklärte die US-Regierung den Drogenbaronen Kolumbiens und anderer mittelamerikanischer Länder den Krieg. Am 19. Dezember 1989 gipfelte dieser, bisher eher im geheimen geführte, Kampf in der Operation Just Cause. Ziel dieser Militäraktion war die Ergreifung und Verurteilung Manuel Noriegas, Staatschef von Panama, ehemaliger CIA-Agent und eine Schlüsselfigur im internationalen Drogenhandel. Im Gegensatz zur Invasion der Karibikinsel Grenada war dieser militärische Einsatz von langer Hand geplant und es kam kaum zu Pannen bei der Durchführung. In einer Blitzaktion sollten insgesamt 24 000 Soldaten intervenieren und Panama besetzen. Die Speerspitze sollte die in der Kanalzone stationierte 193. Infanterie-Brigade bilden, mit dem Auftrag das feindliche Hauptquartier im Handstreich zu nehmen. Die Krisenreaktionsbrigaden der 82nd Airborne Division sollten in einem Fallschirmsprungeinsatz Flugplätze und ähnliche strategisch wichtige Punkte einnehmen. Neben diesen konventionellen Einheiten sollten sich auch knapp 4000 Mann der Sondereinsatzverbände von Army, Air Force und Navy an der Aktion beteiligen. Diese standen seit 1989 unter dem einheitlichen Oberbefehl des Special Operations Command und führten einen Großteil der Kampfaktionen aus. Im Einzelnen beteiligten sich Teile der 7th Special Forces Group (Airborne), des 1st Special Forces Detachment Delta (Delta Force), des 75. Ranger-Regiments, der Air Commandos und der Naval Special Warfare Group Two (NSWG-2) an der Operation. Im Rahmen der Gesamtplanung des Unternehmens wurden die Naval Special Warfare Group Two mit der Durchführung mehrerer Aktionen betraut. Zur Durchführung dieser Operationen wurden unterschiedliche SEAL Elemente zum ersten Mal zu einer Naval Special Warfare Task Group (NSWTG) zusammengeführt und unter der Bezeichnung Task Force White nach Panama entsandt. Operationsbasis der Task Force White, die aus fünf SEAL Platoons, vier Patrouillienbooten (Patrol Boat, River - PBR) und zwei leichten (Patrol Boat, Light - PBL) bestand, war die Rodman Naval Station auf der Westseite des Panama Kanals. Die SEALs und Special Boat Units (SBUs) waren ihrerseits wieder in drei Task Units mit jeweils spezifischen Aufträgen unterteilt. Mit insgesamt 62 Mann war die Task Unit Papa die größte SEAL Einheit. Sie bestand aus drei Zügen (Bravo, Delta und Golf Platoon) des SEAL Team 4 und hatte den Auftrag den Paitilla-Flugplatz zu nehmen und das Flugzeug des Präsidenten unbrauchbar zu machen. Nach einigen weiteren Search-and-Seizure Operationen wurde die Einheit am 1. Januar 1990 wieder aufgelöst. Task Unit Whiskey bestand aus einem auf 21 Mann aufgestocktem Zug (Hotel Platoon) des SEAL Team 2. Sie sollten einen Anschlag gegen ein Schnellboot der panamaischen Marine durchführen und damit die Operation Just Cause einleiten. Im weiteren Verlauf leistete die TU Whiskey am 20. Dezember Unterstützung bei der Erstürmung der Yacht Noriegas, sowie bei der Sicherung des Balboa Yacht Clubs am nächsten Tag. Am 23. Dezember eroberten sie das Handelsschiff Emanuel B zurück und am 25. Dezember stürmten sie auf der Suche nach Noriega dessen Strandhaus in Culebra. Am 2. Januar 1990 kehrten die SEALs der Einheit in die Vereinigten Staaten zurück. Die Task Units Charlie und Foxtrot waren für den Schutz der beiden Kanalzufahrten zuständig. Dabei geriet die Task Unit Charlie, die die atlantische Seite bewachte, in ein Feuergefecht mit panamaischen Truppen. Diese hatten zuvor das deutsche Handelsschiff Asian Senator unter ihre Kontrolle gebracht und versuchten nun mit diesem die amerikanische Blockade zu durchbrechen. Aufgrund der überlegenen Feuerkraft der SEALs gaben die Panamesen bereits nach kurzem Kampf ihr Vorhaben auf und ergaben sich. Die Task Unit Charlie wurde bereits am 26. Dezember wieder aufgelöst. Auf der pazifischen Seite hatte die Task Unit Foxtrot den gleichen Auftrag. Hier verlief jedoch alles ohne Zwischenfälle und die Einheit beendete am 2. Januar 1990 ihren Dienst in Panama.
Zerstörung des Schnellbootes PRESIDENTE PORRASDieser Kampfschwimmereinsatz war maßgeschneidert für die maritime Sonderheit. Die Kommandoeinheit mit der Bezeichnung Task Unit Whiskey wurde von Commander Norm Carley angeführt. In der dunklen Tropennacht zum 19. Dezember lauerten die Kampfschwimmer in zwei Schlauchbooten gut getarnt im Schilf in der Nähe des Ufers am Panama-Kanal. Im ersten Boot befanden sich Cdr. Carley, Lt. Edward Coughlin, Petty Officer Tim Eppley, Boat Coxswain George Riley und Maschinengewehrschütze Chris Kinney. Im zweiten Boot waren ebenfalls fünf Mann: Petty Officer Randy Beausoleil, Petty Officer Chris Dye, Coxswain Scott Neudecker, Communications Specialist Mark Dodd und Waffenspezialist Pat Malone. Die restlichen SEALs waren auf zwei Flusspatrouillenboote verteilt, die außer Sichtweite bereitstanden, um im Notfall Feuerunterstützung zu geben und die SEALs zu evakuieren. Vorsichtig überquerten die beiden Schlauchboote im Zickzack-Kurs den Kanal und näherten sich ihrem Ziel, einem Pier im Hafen von Balboa. Sie versteckten die Boote im überwucherten Sumpf, warteten, beobachteten und machten sich mit der Umgebung vertraut. Dann, nach einiger Zeit, glitt das erste Tauchpaar (Swim Pair), Eppley und Dye, in die Fluten. Wenig später folgte das zweite Paar, Coughlin und Beausoleil. Unter Wasser schwimmend erreichten sie den menschenleeren Pier. Weder Luftblasen noch Geräusche verrieten die Schwimmer, die mit modernsten Schwimmtauchgeräten der deutschen Firma Dräger ausgerüstet sind. In unmittelbarer Nähe des Schnellbootes tauchten die Schwimmer kurz auf, um sich zu orientieren und zu überzeugen, dass sie das richtige Objekt gefunden hatten. Als sie gerade damit begonnen hatten die Mark 138 Mod 0 Sprengladungen am Rumpf des Bootes anzubringen erschütterten plötzlich gewaltige Explosionen die Umgebung und Maschinengewehrfeuer dröhnte durch die bislang friedliche Stille der Nacht. Doch der Gefechtslärm galt nicht den vier Kampfschwimmern. Zwischenzeitlich hatten die amerikanischen Truppen mit ihrem breit angelegten Überraschungsangriff begonnen. Nachdem die SEALs alle Sprengladungen angebracht und die Verzögerungszünder eingestellt hatten, schwammen sie zu ihren versteckten Booten zurück. Obwohl die Schwimmer bei der Detonation des Sprengstoffs bereits einen großen Abstand zum Pier hatten, spürten sie die gewaltige Druckelle. Die Wucht der Explosion schleuderte die beiden Dieselmotoren aus dem Schiff heraus und machte es bewegungsunfähig.
Eroberung des Paitilla-Flugplatzes
Die beiden Squads des Golf Platoons bildeten die Speerspitze und hasteten etwa einen Kilometer über das offene Rollfeld in Richtung der Flughafengebäude und Hangars. Golf One unter Führung von Lt. Tom Casey nahm die rechte Flanke, Golf Two unter dem Kommando von Lt. (j.g.) Mike Phillips übernahm die linke Flanke. Die Männer des Bravo und Delta Platoons bildeten zwei Schützenreihen und folgten in etwa 200 Metern Abstand. Die Männer hatten noch nicht einmal ein Viertel des Weges zurückgelegt als auf dem Flughafen die Hölle losbrach. Die Wachmannschaften waren durch den Gefechtslärm bereits alarmiert worden und waren gerade dabei ihre Gefechtsstellungen einzunehmen als sie die heranstürmenden SEALs bemerkten. Die SEALs hatten den Vorteil der Überraschung verloren. Sie ergriffen jedoch sofort die Initiative und gingen in den Sturmangriff über. Sich gegenseitig Deckung gebend rückten die beiden Trupps des Spitzenzuges vor. Doch obwohl die SEALs aus allen Waffen das Feuer eröffneten gelang es ihnen nicht den bereits gut verschanzten Gegner zu überrennen. Dieser deckte nun seinerseits die Angreifer mit einem verheerenden Feuer aus befestigten Maschinengewehrstellungen ein. Die SEALs, die sich auf dem offenen Rollfeld in exponierter Lage befanden, erlitten bereits in den ersten Sekunden des Gefechts Verluste und mussten ihren Angriff abbrechen. Lt. Casey's Golf One Squad erlitt dabei die schwersten Verluste. Chief Petty Officer Donald L. McFaul, einer der erfahrensten Männer des Zuges, wurde in den Kopf getroffen und starb sofort. Petty Officer Christopher Tilghman lag ebenfalls tot auf dem Asphalt inmitten weitere Verwundeter. Lt. Philipps befahl seinem Golf Two Squad Sperrfeuer zu schießen, um Golf One Deckung zu geben. Die Standardprozedur für einen solchen Fall sah vor, dass sich die SEALs sofort zurückziehen und ihre Verwundeten und Toten dabei mitnehmen. Doch Lt. Casey war der Einzige von Golf One, der noch auf seinen eigenen Füßen stand. Phillips schickte zwei seiner Männer, um bei der Bergung der Männer zu helfen. Gemeinsam mit Lt. Casey schleppten sie die Toten und Verwundeten aus dem Schussfeld, während die restlichen Männer von Golf Two auf dem freien Rollfeld lagen und aus allen Rohren feuerten. Zwischenzeitlich stürmte Lt. (j.g.) John Patrick Connors mit seinem Bravo Platoon heran und ging zwischen den beiden Golf Squads in Stellung. Obwohl er bereits zu diesem Zeitpunkt verwundet war, führte er seine seine Männer weiter an bis er schließlich durch einen weiteren Treffer tödlich verwundet wurde. Nun lagen bereits drei tote SEALs in der Feuerzone und die Ausfälle mehrten sich. Mit ihren lediglich leichten Infanteriewaffen bestehend aus M16, CAR-15, M-203 und M249 konnten die SEALs die Stellungen der Verteidiger nicht einnehmen. Die SEALs igelten sich daraufhin ein und nahmen die Gefallenen und Verwundeten in die Mitte des Verteidigungsringes. Das Feuergefecht dauerte ca. 15 Minuten bis sich auch die panamaischen Verteidiger zurückzogen. Während des Gefechts hatten die beiden Air Force Combat Controller, die die SEALs begleiteten, mehrfach vergeblich versucht Funkkontakt mit der über ihnen kreisenden AC-130 aufzunehmen und um Feuerunterstützung zu bitten. Bis man schließlich Kontakt mit der Howard Air Force Base hatte, war der Kampf zu Ende. Aufgrund des überfüllten Luftraums dauerte es dann über eine Stunde bis ein Rettungshubschrauber eintraf, um die toten und verwundeten SEALs auszufliegen. In dieser Zeit erlag ein weiterer SEAL, Second Class Petty Officer Isaac Rodrigruez III, seinen Verletzungen. Die restlichen SEALs harrten weitere 37 Stunden aus, bis schließlich mehrere Ranger-Kompanien mit Hubschraubern zu ihrer Ablösung eintrafen. Es stellte sich heraus, dass sich die Verteidiger längst abgesetzt hatten. Dennoch war es den SEALs gelungen den Jet Noriegas mit 40mm Granaten so stark zu beschädigen, dass er flugunfähig war. Vier Tote und acht Verwundete waren das Ergebnis dieses Gefechtseinsatzes, der von einem regulären Verband der Rangers mit Unterstützung schwerer Waffen mit wesentlich besserer Aussicht auf Erfolg durchzuführen gewesen wäre. |
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