Historischer Rückblick - Die Geschichte der US Navy SEALs

Mit dem Eintritt der USA in den 2. Weltkrieg änderte sich auf die Aufgabenstellung der US Navy. Ihre Hauptaufgabe bestand nun im Transport und der Anlandung von Heerestruppen und Verbänden der Marineinfanterie im Rahmen strategischer Landungsunternehmen. Die Durchführung amphibischer Landungsunternehmen an festungsartig ausgebauten fremden Küsten war dabei völliges Neuland für die Militärstrategen.

In diese Zeit fällt auch der Aufbau der ersten Spezialeinheiten der US Navy und des Marine Corps. Die Marines gründeten die ersten Scout Platoons (Aufklärungszüge) und Raider Battalions (Stoßtrupp- und Kommandobataillone), die die Angriffslandungen der Marineinfanterie vorbereiten sollten und als Vorläufer der heutigen Force Recon Kompanien gesehen werden können. Die Navy bildete junge Freiwillige zu "amphibischen" Scouts aus, die die Marines bei der Vorbereitung ihrer Angriffslandungen unterstützen sollten. Noch bevor diese Scout Swimmers richtig eingesetzt werden konnten begann bereits der Aufbau der Navy Combat Demolition Units (Marinekampfmittelräumdienst). Diese Scout Swimmers waren jedoch eher eine  Mischung aus Aufklärern und Sturmpionieren als richtige Kampfschwimmer (Tauchübungen gehörten z.B. nicht zum Ausbildungsprogramm).

Nachdem die Alliierten das europäische Festland betreten hatten und ins Landesinnere vorrückten, war der Auftrag der NCDUs beendet. Auf dem pazifischen Kriegsschauplatz hatte die Rückeroberung feindbesetzter

Gebiete beim so genannten Inselspringen den Alliierten bereits enorme Verluste abverlangt. Nicht zuletzt aufgrund des Fehlens hydrographischer Daten durch ungenügend oder nicht durchgeführte Aufklärung und Erkundung. Daher entstanden hier in kürzester Zeit die Underwater Demolition Teams (UDT), die sich von den in Europa eingesetzten Scouts des NCDUs deutlich unterschieden. Sie hatten den Auftrag vor einer Landung den Strandbereich zu erkunden, zu vermessen, künstliche und natürliche Hindernisse und Sperren zu beseitigen, sowie die Landungstruppen in ihre Abschnitte einzuweisen und können damit als direkte Vorläufer der heutigen SEAls angesehen werden.

Nach Kriegsende wurden die Kampfschwimmer auf vier Teams verteilt. UDT 1 und UDT 3 wurden der Pazifikflotte zugeordnet, UDT 2 und UDT 4 der Atlantikflotte. Während des Koreakrieges (1950-1953) wurden die Männer von UDT 1 und UDT 3 vor allem für Sabotage-, Fernspäh- und Aufklärungseinsätze herangezogen und stellten bei mehreren Stoßtruppunternehmen ihre vielseitige Verwendbarkeit unter Beweis. Mitte der 50er Jahre wurden die Teams dann in UDT 11 und  UDT 12, bzw. UDT 21 und UDT 22 umbenannt.

udt

Mit Gründung der SEALs am 1. Januar 1962 wurde die UDTs personell dezimiert, da sich die beiden neu aufgestellten SEAL Teams 1 und 2 größtenteils aus dem Stammpersonal der UDTs formierten. Bereits ein Jahr später bezogen die Angehörigen von SEAL Team 1 und UDT 11 im südvietnamesischen Da Nang Stellung, was für sie den Beginn des Vietnamkrieges bedeutete. Die UDTs dieser Zeit unterschieden sich nur unwesentlich von den SEALs. Während sich die SEALs jedoch mehr zu einer offensiven Kommandoeinheit ähnlich den Army Rangers entwickelten, blieben die UDTs stärker den klassischen Taucher- und Kampfschwimmereinsätzen verbunden. Ein Großteil des Personals war in der Zeit des Vietnamkrieges auf die UDTs 11, 12 und 21 aufgeteilt.

st1+2_vietnam

Am 1. Mai 1983 erfolgte dann eine Neugliederung der maritime Sondereinsatzkräfte. Die UDTs wurden dabei vollständig aufgelöst und personell in die SEAL Teams integriert. Aus den UDTs 11 und 21 entstanden die neuen SEAL Teams 5 und 4. Das UDT 12 und das UDT 22 bildeten den Grundstock für die neuen SEAL Delivery Vehicle (SDV) Teams 1 und 2. Das SEAL Team 6 war bereits am 1. Januar 1981 als maritime Antiterroreinheit neu geschaffen worden.

Die nächste große Veränderung erfuhren die SEALs dann im Jahr 1989 als sie und alle anderen maritimen Sondereinheiten der Navy einem gemeinsamen Oberkommando, dem Naval Special Warfare Command, unterstellt wurden.

 

Auftrag und Aufgaben - Actions at the Objective

Das Einsatzspektrum der SEALs ist außerordentlich breit und beschränkt sich nicht nur auf die Kampfschwimmertaktik. Sie sind nicht nur Unterwasserspezialisten für Sabotage an Schiffen und Hafenanlagen oder ausschließlich amphibische Aufklärer, sondern sie decken das gesamte Spektrum einer militärischen Sondereinsatztruppe ab. Die Hauptaufgaben der SEALs lassen sich damit in die folgenden fünf Aufgabenfelder untergliedern:

Direct Action (DA) - Direct Action  steht kurz gesagt für Kampfeinsätze. Dazu zählen Angriffe gegen Einrichtungen zu Lande oder zu Wasser, Gefangennahme wichtiger Persönlichkeiten oder kleinere Operationen gegen feindliche Truppen.

Special Reconnaissance (SR) - Verdeckte Aufkärungs- und Überwachungsoperationen inklusive Stranderkundung.

Unconvetional Warfare (UW) - Unkonventionelle Kampfführung, d.h. Training, Ausrüstung und Führung von  Partisanengruppen hinter den feindlichen Linien.

Foreign Internal Defense (FID) - Militärberatung, d.h. Beratung, Ausbildung und Training des Militärs verbündeter  oder befreundeter Staaten; in der Regel keine Kampfeinsätze

Counterterrorist Operations (CT) - Terrorismusbekämpfung, d.h. Operationen gegen Terroristen als direkte Reaktion auf einen terroristischen Angriff oder im Rahmen der präventiven. Abschreckung.

Da diese fünf (sehr allgemein gehaltenen) Hauptaufgabenfelder ein sehr weites Spektrum für eine so kleine Truppe wie die SEALs darstellen, ist es nicht verwunderlich, dass sich die SEALs auf einige Aufgaben mehr und auf andere weniger spezialisiert haben.

So sind CT-Operationen zum Beispiel eher eine Spezialität der speziellen Antiterroreinheit DELTA Force (First Special Forces Detachment Delta) der US Army. Nichtsdestotrotz sind auch die SEALs in der Lage auf diesem Gebiet zu operieren. Speziell für Antiterror-Operationen im maritimen Bereich wurde daher 1980/81 das SEAL Team 6 gegründet welches mittlerweile in DEVGRU (Development Group) umbenannt wurde.

Das Training befreundeter Armeen und unkonventionelle Kriegsführung, fallen ebenfalls eher in den Aufgabenbereich der US Army, die dazu ihre Special Forces einsetzt. Diese sind in der Regel mit der Sprache und der Kultur des entsprechenden Landes vertraut, was ihnen ihre Arbeit erst ermöglicht. Manchmal müssen aber auch die SEALs in die Rolle des Beraters und Ausbilders schlüpfen, wie während der Operation Desert Shield (1990/91) als sie saudische und andere arabische Marine-Sondereinheiten trainierten.

Damit bleiben als Hauptaufgaben noch die oben genannten Aufkärungs- und Kampfeinsätze übrig:

 

Special Reconnaissance

Deep Reconnaissance - Verdeckte Einsätze dieses Typs laufen gegebenenfalls so ab, dass man einen oder mehrere Trupps in ein feindliches Territorium eindringen lässt,. Vor Ort werden dann alle möglichen Informationen gesammelt. Nach Abschluss der Mission werden die Teams dann wieder aufgenommen, ohne dass die feindlichen Kräfte. überhaupt mitbekommen haben, dass sie beobachtet wurden.

Initial Terminal Guidance - Darunter versteht man bei den SEALs vor allem die Stranderkundung als Voraussetzung für ein sicheres Anlanden von amphibischen Landungsverbänden. Dabei wird durch die Scout Swimmers zunächst der Vorstrandbereich nach Unterwasserhindernissen abgesucht und diese gegebenenfalls beseitigt. Danach geht die Erkundung des Strandes und des Hinterlandes weiter.

 

Direct Action

Ambushes - Der Hinterhalt ist eine klassische Operation für militärische Sondereinheiten. Die SEALs haben diese Art des Kampfeinsatzes tausendfach in Vietnam praktiziert.

Raids - Bei diesen Überfällen geht es darum schnell "reinzugehen", zuzuschlagen und schnell wieder "rauszugehen" ehe der Gegner überhaupt weiß was passiert ist. Mögliche Ziele sind dabei zum Beispiel Industrieanlagen, Militärstützpunkte oder ähnliches. Die Army setzt dazu vorzugsweise ihre Rangers ein. Doch anstelle eines ganzen Regiments schickt die Navy lieber ein Zweimann Sniper/Spotter-Team mit einem .50er Scharfschützengewehr, die den Job  erledigen ohne eine Riesenstaubwolke. zu hinterlassen wie die Rangers.

Tactical Recovery of Aircraft and Personnell (TRAP) - Diese Such- und Rettungsmaßnahmen unter Gefechtsbedingungen erstrecken sich hauptsächlich auf die Suche und Bergung von  abgeschossenen Piloten, umfassen allerdings auch die Wiederbeschaffung bzw. Zerstörung verloren gegangener Unterlagen oder Geräte.

Clandestine Recovery Operations (CRO) - Diese Such- und Rettungsoperationen sind im Grunde TRAP-Operationen mit der Besonderheit, dass diese geheim ablaufen und damit im Notfall von der Regierung in Abrede gestellt werden können

Non-Combatant Evacuation Operation (NEO) - Evakuierungsmaßnahmen im zivilen Bereich wie die Rettung von Touristen oder Botschaftspersonal aus einem Krisengebiet.

Visit, Board, Search and Seizure (VBSS) - Entern, Durchsuchen und Besetzen verdächtiger oder feindlicher Schiffe gehört immer noch zur einer Hauptaufgabe der SEALs. Im  Rahmen der Embargo-Kontrolle, so genannte Maritime Interdiction Operations (MIO), gehen Prisenkommandos der SEALs dabei auch an Bord verdächtiger Handelsschiffe und durchsuchen sie nach kriegswichtigen Gütern.

Gas & Oil Platforms Takedowns (GOPLAT) - Kaperung und/oder Zerstörung von Plattformen auf See. Ihren Höhepunkt erlebten diese Missionen während des Ersten Golfkrieges zwischen dem Irak und dem Iran Mitte der 80er Jahre. Im so genannten Tankerkrieg griffen iranische Schnellboote Öltanker in internationalen Gewässern. an. Dabei nutzte der Iran seine Ölbohrinseln als Sensoren- und Waffenplattformen.

 

Naval Special Warfare Command (NAVSPECWARCOM)

nswcAufgrund der erheblichen Pannen bei der missglückten Geiselbefreiung im Iran (Operation Desert One, 1980) und bei der Invasion der Karibikinsel Grenada (Operation Urgent Fury, 1983), beschloss man alle Sondereinsatzverbände der US Streitkräfte unter ein gemeinsames Oberkommando zu stellen. Damit sollte der Rivalität der einzelnen Teilstreitkräfte, der man bei Operationsplanungen und Budgetzuweisungen stets Rechnung tragen musste, entgegengewirkt werden. Durch das übergeordnete gemeinsame Führungskommando sollte aber vor allem die Zusammenarbeit der einzelnen Verbände verbessert und eine für alle Waffengattungen verbindliche Befehlshierarchie festgelegt werden. Dieses gemeinsamen Führungskommando, das Special Operations Command (SOCOM), nahm am 16. April 1987 unter Führung eines Vier-Sterne-Generals seine Arbeit auf dem MacDill Luftwaffenstützpunkt in Tampa, Florida auf. Mit Ausnahme des Marineinfanterie-Korps (Marines Corps) unterstanden diesem gemeinsamen Führungskommando alle Sondereinsatzverbände von Heer (Army), Luftwaffe (Air Force) und Marine (Navy). Dazu mussten die Teilstreitkräfte, falls dies noch nicht geschehen war, ihre jeweiligen Sondereinsatzkräfte ebenfalls unter einer vergleichbaren Kommandostruktur zusammenfassen. Beim Heer erfolgte dies mit der Schaffung des US Army Special Operations Command (USASOC), die Luftwaffe fasste seine Sonderverbände unter dem Air Force Special Operations Command (AFSOC) zusammen und die Marine stellte das Naval Special Warfare Command (SPECWARCOM) auf. Dem neuen Oberkommando ebenfalls unterstellt wurde das bereits 1980 gegründete Joint Special Operations Command (JSOC), welches sich primär mit der Anti-Terror-Bekämfpung beschäftigt und dem auch das SEAL Team 6 organisatorisch unterstand.

Das Naval Special War Command übernahm am 1. März 1988 die Kontrolle über alle maritimen Sondereinsatzkräfte der US Navy. Ihm wurden damit alle bestehenden SEAL Teams (außer SEAL Team 6), SEAL Delivery Vehicle Teams und Special Boat Units unterstellt. Dazu wurden zunächst zwei neue Marine-Sondereinsatzgruppen, so genannte Special Warfare Groups geschaffen. Die Special Warfare Group One (NSWG-1) übernahm das Kommando über alle Teams der Westküste und die Special Warfare Group Two (NSWG-2) entsprechend das Kommando über die Teams der Ostküste. Den beiden Sondereinsatzgruppen zugeordnet wurden die ebenfalls neu geschaffenen Special Boat Squadrons unter denen die einzelnen Special Boat Units der jeweiligen Küste zusammengefasst waren.

 

Naval Special Warfare Units (NSWUs)

nswuUm schneller und flexibler auf Krisen reagieren zu können, hat das NAVSECWARCOM einige Vorschubbasen gegründet, die näher an den Hot Spots in der Welt liegen als die Stützpunkte, in Coronado oder Little Creek. Diese Naval Special Warfare Units wurden mit Personal, Einrichtungen und Ausrüstung bestückt, um den Planungsprozess und die Durchführung möglicher Missionen vor Ort zu beschleunigen. Im Falle eines Einsatzes werden diese Einheiten zu Naval Special Warfare Task Groups bzw. Task Units umorganisiert und erhalten dann zusätzliches Personal von anderen Einheiten.

 

Naval Special Warfare 21 (NSW 21)

Mit dem neuen Jahrhundert kamen erneute Veränderungen für die SEALs. Eine erste einschneidende Veränderung stellte der Abzug der amerikanischen Truppen aus Panama dar (vertraglich unterstand die Sicherung des Panama-Kanals bis zum 31.12.1999 den USA). Vom Abzug betroffen waren damit auch die regional zuständige Naval Special Warfare Unit 8 und die Special Boat Unit 26. Beide Einheiten wurden daher aufgelöst. Mit dem Personal der SBU 26 wurde die SBU 22 verstärkt. und diese damit gleichzeitig von einer Reserveeinheit in eine aktive Einheit umgewandelt. Bereits einige Jahre zuvor waren die Special Boat Units 11  und 13 (Reserve) an der Westküste und die SBU 24 (Reserve) an der Ostküste aufgelöst worden. Auch die Special Warfare Units wurden aufgrund globaler politischer und militärischer Veränderungen bis dato immer wieder umstrukturiert.

Auf dem Papier bestand ein komplettes SEAL Team bis dahin aus acht Zügen (Platoons) plus einem kleinem Stabsbereich. Dies war jedoch nur die Theorie, denn aufgrund der intensiven Trainingsprogramme standen jedem Team für tatsächliche Kampfeinsätze nur ein Bruchteil der Männer zur Verfügung. Das NAVSPECWARCOM war jedoch dafür verantwortlich ständig zwölf Platoons einsatzbereit zu haben, um sie den jeweiligen regionalen Kommandeuren zur Verfügung stellen zu können. Das benötigte Kontingent wurde jeweils zur Hälfte von den Teams der West- und Ostküste gestellt, indem jedes SEAL Team zwei seiner Platoons alle sechs Monate für diese Aufgaben abkommandierte. Aufgrund der bisherigen Zugstärke von acht Zügen pro Team ergab sich daraus ein zweijährigen Rotationszyklus für jeden Einsatzzug. Innerhalb dieses Zyklus konnten die SEAL Züge 18 Monate trainieren und dann für sechs Monate operativ eingesetzt werden.

Mit dem neuen Konzept Naval Special Warfare 21 (NSW 21) wurde im Jahr 2001 damit begonnen signifikante Veränderungen in der Organisation, dem Training und dem Einsatz der maritimen Sondereinheiten der Navy durchzuführen. Durch diese Umstrukturierungen sollte das stark beanspruchende Kommando mehr Effizienz erhalten.

Eine Schlüsselrolle kam dabei der Schaffung der neuen Naval Special Warfare Squadrons (NSWRONs) zu, die aus einem "erweitertem" SEAL Team bestehen und als geschlossene Einheit in den Einsatz gehen. Das Squadron formiert sich dabei um ein komplettes SEAL Team mit seinen nun insgesamt sechs Einsatzzügen und einem eigenen Führungsstab. Dazu kommen dann dann diverse Unterstützungseinheiten zu denen in der der Regel eine Abteilung (Detachment) eines SEAL Delivery Vehicle Teams, eine Abteilung eines Special Boat Squadrons, eine mobile Fernmeldeabteilung und Experten des Kampfmittelräumdienstes (Explosive Ordnance Disposal - EOD) gehören.

Die größte sichtbare Veränderung stellte dabei die Gründung zweier neuer SEAL Teams im Jahr 2001 dar. Dazu mussten die bereits bestehenden Teams jeweils zwei ihrer bislang acht Einsatzzüge an die neuen Teams SEVEN und TEN abgeben. Die Gesamtanzahl der operativen Zügen blieb damit unverändert. Vorher gab es sechs Teams mit jeweils acht Zügen, nun gibt es acht Teams mit jeweils sechs Zügen. Diese Umstrukturierung war notwendig, um den bisherigen Rotationsrhythmus (18 Monate trainieren für 6 Monate Einsatz) beibehalten zu können. Das heißt, nun, dass die SEAL Teams keine einzelnen Züge mehr abkommandieren, sondern dass jeweils zwei komplette SEAL Teams bzw. Squadrons als geschlossene Einheit für sechs Monate in den Einsatz gehen, wobei jede Küste je ein Team stellt. Damit sind weiterhin immer zwölf Einsatzzüge im Einsatz.

Im Rahmen des NSW 21 Konzepts erfolgte 2002 auch eine Umbenennung der Special Boat Units in Special Boat Teams (SBT) und aus den Special Boat Squadrons 1 und 2 wurden die eigenständigen Naval Special Warfare Groups Three und Four. Gleichzeitig wurden das SDV Team 1 und das neue SDV Team 1 ASDS der Naval Special Warfare Group Three und das SDV Team 2 der Naval Special Warfare Group Four unterstellt. Damit entstand bereits nach einem Jahr eine neue Organisationsstruktur.

Doch auch diese Organisationsstruktur wurde bereits wieder geändert und so wurden im Jahr 2005 alle SDV Teams der NSWG-3 und die Special Boat Teams (SBT 20 und 22) der NSWG-4 angegliedert. Das Special Boat Team 12 wurde in diesem Zuge aufgelöst. Die SEAL Teams sind weiterhin auf die NSWG-1 und NSWG-2 aufgeteilt.

 

Naval Special Warfare Squadrons (NSWRONs)

Wie bereits erwähnt handelt es sich bei einem Naval Special Warfare Squadron (NSWRON) um ein durch diverse Unterstützungseinheiten "verstärktes" SEAL Team, das unter Führung eines eigenen Stabes als geschlossene Einheit in den Einsatz geht.

Den Hauptteil des bis zu ca. 220 Mann starken Squadrons bildet dabei das SEAL Team mit seinen insgesamt sechs Einsatzzügen. Aus dem Stabspersonal des Teams wird auch der Führungsstab und das technische bzw. logistische Personal des Squadrons gebildet. Ergänzt wird das Team dann noch durch diverse Unterstützungseinheiten zu denen in der der Regel eine Abteilung (Detachment) eines SEAL Delivery Vehicle Teams, eine Abteilung eines Special Boat Squadrons mit diversen Booten und entsprechendem Personal, eine mobile Fernmeldeabteilung und Experten des Kampfmittelräumdienstes (Explosive Ordnance Disposal - EOD) gehören. Im einzelnen gliedert sich ein Squadron damit folgendermaßen:

Naval Special Warfaren Squadron (ca. 220)

  • 1x SEAL Team (ca. 130)
    • 6 Strike Platoons (ca. 96 SEALs; 12 COs + 84 NCOs)
    • Leadership (ca. 12-14)
    • Non-SEALs/Technicans/Logistics (ca. 30)
  • 1x Mk.V Detachment (ca. 16)
    • 2 Mk.V Special Operations Crafts (16 SWCC; 1 CO + 15 NCOs)
  • 4x RHIB Detachments (ca. 32)
    • 2 Rigid-hull Inflatable Boats (8 SWCC)
    • 2 Rigid-hull Inflatable Boats (8 SWCC)
    • 2 Rigid-hull Inflatable Boats (8 SWCC)
    • 2 Rigid-hull Inflatable Boats (8 SWCC)
  • 1x MCADS RHIB Detachment
    • 2 MCADS RHIBs
  • 2x SDV Detachments (ca. 32 SEALs)
    • 2 SEAL Delivery Vehicle Platoons
  • 1x NSW Mobile Communications Team (MCT)
    • 4-5 Special Communicators
  • 1x Navy EOD Detachment
    • 1 CO + 6 enlisted EOD technicans
  • Misc's

CO - commissioned officer; NCO - non-commissioned officer; SWCC - special warfare combatant craft personal)

Die einzelnen Elemente dieser Squadrons durchlaufen dabei in einem Zweijahresrhythmus ein Vier-Phasen-Programm. Dabei erfolgt in den ersten sechs Monaten ein Individualtraining (Professional Development - PRODEV), gefolgt von einem sechsmonatigen Training auf Ebene der einzelnen Teileinheiten (Unit Level Training - ULT). In der dritten Phase trainiert das Squadron dann als komplette Einheit (Squadron Integration Training - SIT), bevor es dann für die letzten sechs Monate zu weltweiten Einsätzen (Squadron Deployment) abkommandiert wird.

 

 

SEAL / SDV Teams

Wie die meisten der Spezialeinheiten der US-Streitkräfte waren auch auch die SEAL Teams auf einen regionalen Einsatzschwerpunkt fixiert. So operierten die der NSWG-1 unterstellten SEAL Teams 1, 3 und 5 in der Regel eher im pazifischen Raum und dem Fernen Osten. Während die der NSWG-2 zughörigen, Teams 2, 4 und 8 im Bereich des Atlantik, inklusive Europa und Lateinamerika operierten. Diese Aufteilung galt grundsätzlich auch für die Begleitung von Flotten- und Landungsverbänden. Eine Abweichung hiervon oder Abkommandierungen war jedoch jederzeit möglich und wurde in der Vergangenheit auch schon des öfteren praktiziert. Mit dem neuen Naval Special Warfare 21 Konzept wurde diese regionale Zuordnung jedoch fast völlig hinfällig. Zwar sind die Teams bzw. Squadrons der Ost- und Westküste grundsätzlich immer noch ihren traditionellen Einsatzgebieten zugeordnet, doch in der Praxis werden die Teams global eingesetzt. Aufgrund der laufenden Operationen Enduring Freedom und Iraqi Freedom und nicht zuletzt dem Global War on Terror heißt dies, dass zur Zeit fast alle Teams ihre Einsätze größtenteils im Nahen bzw. Mittleren Osten durchführen

st1SEAL Team 1 - Wie bereits erwähnt wurden die ersten beiden SEAL Teams aus Angehörigen der UDTs gegründet und hatten zunächst einen nur geringen Personalstand. Beide Teams wurden zeitgleich am 1. Januar 1962 in Dienst gestellt. Das ST-1 in Coronado an der Pazifikküste und das ST-2 in Little Creek an der Ostküste. Das ST-1 setzte sich größtenteils aus ehemaligen Angehörigen der UDT 11 und UDT 12 zusammen. Der neuen Sondertruppe standen enorme Haushaltsmittel zur Verfügung, die größtenteils für auf dem freien Markt beschaffte Spezialausrüstung ausgegeben wurde. Aber nicht nur bei der Ausrüstung betraten die SEALs Neuland, sie erwarben auch neue praktische Erkenntnisse im Bereich des Sprungeinsatzes, der Infanterie-Gefechtsausbildung und des Guerillakampfes. Ihre erste größere Bewährungsprobe bestritt ST-1 (unterstützt von Teilen des ST-2) wenige Jahre später in Vietnam. Mehrere von ihnen wurden mit der Medal of Honor, mehr als 50 mit dem Silver Star, 402 mit dem Bronze Star, und hunderte mit dem Purple Heart ausgezeichnet. Der geographische Einsatzraum von ST-1 war Südostasien, es entsendete seine Männer zur NSWU-1 nach Guam und zu Flottenverbänden im Pazifik und dem Persischen Golf.

st2SEAL Team 2 - Das ST-2 wurden zeitgleich mit ST-1 am 1. Januar 1962 in Dienst gestellt und ist in Little Creek beheimatet. Es entstand vornehmlich aus ehemaligen Kampfschwimmern des UDT 21. Das ST-2 bildet die Keimzelle der maritimen Sondereinsatzverbände der NSWU-2 in Europa und den umliegenden Räumen. Während des Kalten Krieges war das Team vor allem für Operationen gegen russische Häfen und Stützpunkte nördlich des Polarkreises eingeplant. ST-2 war daher auch das einzige SEAL Team, das ein umfangreiches Winterkampftraining durchlief.

 

 

st3SEAL Team 3 - Als Gründungsdatum des ST-3 wird der 1. Oktober 1983 genannt. Wie das ST-1 ist es in Coronado stationiert und schickte seine Männer ebenfalls zur NSWU-1 nach Guam und zu Flottenverbänden im Pazifik und dem Persischen Golf. Der geographische Einsatzraum des ST-3 war allerdings Südwestasien mit dem Mittleren Osten.

 

 

st4SEAL Team 4 - Mit ihrer Neugliederung und der damit verbundenen Abschaffung der UDTs wurden am 1. Mai 1983 zwei weitere SEAL Teams gegründet. Eines davon, das ST-4, entstand aus dem UDT 21 und wurde in Little Creek angesiedelt. Das ST-4 ist mittlerweile das einzige SEAL Team, das einen permanenten Grundstock von Spanisch sprechenden SEALs unterhält. Dies rührt daher, dass das ST-4 überwiegend in Mittel- und Südamerika eingesetzt wurde. Dort unterstützen die SEALs seit Ende der 80er Jahre die örtlichen Sicherheitskräfte bei der Bekämpfung des Drogenhandels oder sind als Militärberater tätig. Ausgangspunkt dieser Operationen war in der Regel die Rodman Naval Station in Panama unter der Leitung der dortigen NSWU-8.

 

st5SEAL Team 5 - Ebenfalls am 1. Mai 1983 neu gegründet wurde das ST-5. Es bezog sein Personal aus dem aufgelösten UDT 11. Das in Coronado stationierte ST-5 operierte im nördlichen Pazifik mit dem Einsatzschwerpunkt Südkorea. Auch das ST-5 operierte dabei von NSWU-1 auf Guam und von Flottenverbänden im Pazifik aus.

 

 

st6SEAL Team 6 - Das ST-6 wurde 1. Januar 1981 als maritime Antiterroreinheit in Dienst gestellt. 1992 erfolgte eine Namensänderung in Naval Special Warfare Development Group.

 

 

 

st7SEAL Team 7 - Mit der jüngsten Umstrukturierung der Navy SEALs im Jahr 2002 musste jedes der ehemals 8 Züge starken SEAL Teams zwei Züge abstellen. Aus diesen gingen dann zwei neue SEAL Teams hervor. Das eine der beiden, das ST-7,  wurde am 17. März 2002 in Dienst gestellt und ist in Coronado stationiert.

 

 

 

st8SEAL Team 8 - Mit der Gründung des Naval Special Warfare Command erfolgte nicht nur an der Spitze der SEALs eine Neugliederung. Am 1. Oktober 1988 wurde auch das SEAL Team 8 neu aufgestellt, welches neben dem für Terrorismusbekämpfung zuständigen ST-6 ebenfalls für Sondereinsätze geschult wurde. Schwerpunkt bildete dabei das Entern und Durchsuchen von Schiffen auf hoher See, sog. Visit, Board, Search & Seizure Operationen, sowie ähnliche solcher Einsätze wie das Besetzen und/oder Zerstören von Plattformen, sog. Gas & Oil Platforms Takedowns (GOPLAT).

 

 

st10SEAL Team 10 - Das ST-10 ist das jüngste SEAL Team und wurde am 19. April 2002 in Dienst gestellt. Es ist Little Creek an der Ostküste stationiert.

 

 

 

SDV1SDVT-1 - Mit der Neugliederung der maritimen Sondereinsatzkräfte am 1. Mai 1983 wurden nicht nur zwei neue SEAL Teams geschaffen, er wurden auch die neuen SEAL Delivery Vehicle (SDV) Teams gegründet. So entstand aus dem Personal des UDT 12 das das SDVT-1, welches in Coronado stationiert und der Naval Special Warfare Group 1 unterstellt wurde. Mittlerweile ist das SDVT-1 nach Pearl Harbor auf Hawaii umgezogen und der neuen Naval Special Warfare Group 3 angegliedert.

 

 

SDV1hawaiiSDVT-1 Detachment Hawaii - Bereits seit 1988 unterhält das SDVT-1 einen kleinen Außenposten in Pearl Harbor, welcher als Detachment Hawaii bezeichnet wurde. Mit dem Umzug des gesamten Teams von Coronado nach Pearl Harbor wurde das Detachment Hawaii im Jahr 2000 aufgelöst und wieder in die Stammeinheit integriert.

 

 

SDV2SDVT-2 - Neben dem SDVT-1 wurde 1983 auch das SEAL Delivery Vehicle (SDV) Team 2 neu gegründet. Es entstand aus dem Personal des UDT 22 und wurde in Little Creek stationiert und somit der Naval Special Warfare Group 1 unterstellt. Auch das SDVT-2 ist mittlerweile umgezogen und zwar in die ehemaligen Unterkünfte des SDVT-1 in Coronado. Gleichzeitig wurde es des neuen Naval Special Warfare Group 3 unterstellt. Damit sind nun beide SDVTs einer eigenen Naval Special Warfare Group angegliedert.

 

 

 

SEAL Strike Platoon

Der Aufbau der mittlerweile acht regulären SEAL Teams mit ihren nun jeweils sechs Strike Platoons war von den Umstrukturierung der letzten Jahre nicht betroffen. Jedem Strike Platoon (Einssatzzug) gehören in der Regel weiterhin sechszehn SEALs an, zwei Offiziere und vierzehn Mannschafts- bzw. Unteroffiziersdienstgrade. Diese sind wiederum in zwei Trupps (Squad) von jeweils acht Mann geteilt, wobei jedem Squad einer der beiden Offiziere zugeteilt ist. Die Squads lassen sich in Feuerteams (Fire Team) von vier Mann teilen, die dann ihrerseits aus zwei Schwimmpaaren (Swim Pair), der kleinsten taktischen Einheit der SEALs, bestehen.

Bei SEAL Operationen ist traditionell der Achtmanntrupp die bevorzugte taktische Einheit, da dieser sich am Effektivsten für die meisten Operationen einsetzen lässt.

Movement to Contact - Auf Patrouille

Führend an der Spitze geht der Point Man oder Führungsmann, dessen Aufgabe es ist die Patrouille sicher und möglichst unentdeckt zu ihrem Ziel zu navigieren. Er ist Auge und Ohr des Trupps und daher in der Regel derjenige Mann mit den besten Instinkten und den am besten ausgeprägtesten Sinnen. Er ist eine Art Frühwarnsystem für den Patrol Leader, der sich darauf verlassen können muss, dass die “Spitze”€ den Trupp vor Gefahren wie Sprengfallen, Minen oder feindlichen Patrouillen warnt. Dies ist traditionell der schwierigste Job innerhalb der Patrouille. Der Point Man kann dich direkt in die Todeszone eines Hinterhalts führen oder dich sicher darum herumführen. Darum geht die Spitze in bewaldetem Terrain ca. 20-25 Meter (im Dschungel ca. 5 Meter) vor der Patrouille, um nach Gefahren zu suchen. Wenn die Patrouille den Feind stößt, ist es der Mann an der Spitze, der regelmäßig den ersten Schuss abgibt oder zuerst stirbt.

Die bevorzugte Waffe eines Point Man ist in der Regel nicht ein Gewehr oder ein Maschinengewehr, sondern vielmehr eine 12-gauge Schrotflinte in Militärausführung wie die Remington 870 oder die Mossberg 590.

Der Patrol Leader oder Truppführer wird wohl regelmäßig einer der zwei Offiziere eines Platoons, entweder der Zugführer selbst (normal ein Lieutenant) oder sein Stellvertreter (Lieutenant Junior Grade bzw. Ensign), sein. Die Patrouille kann aber auch von einem altgedienten Unteroffizier oder einem Warrant Officer geführt werden. Im Feld ist der Patrol Leader das Kommando- und Kontrollcenter und alle SEALs im Trupp bekommen von ihm ihre Befehle. Seine Position innerhalb der Marschordnung ist direkt hinter der Spitze an zweiter Stelle. In Ausnahmefällen übernimmt er auch selbst die Führung, doch meistens hält er sich an zweiter Position, von wo er dem Point Man die Marschrichtung angeben kann und gleichzeitig Kontakt mit dem Rest des Trupps hat, insbesondere mit seinem Funker, der immer an seiner Seite ist.

Der Patrol Leader ist für die gesamte Durchführung der Mission verantwortlich, er plant jedes Detail von der Marschroute mit Marschpunkten und -zahlen, über Rendezvouspunkte bis zu Fluchtrouten. Auf Patrouille konsultiert er regelmäßig seinen Point Man, damit er Sicher geht, dass der Trupp in die richtigen Richtung marschiert und ständig auf der Suche nach der besten Route durch schwieriges Gelände.

Seine M4A1 mit M203 Granatwerfer setzt er während eines Feuergefechts sparsam ein. Seine Aufgabe ist vielmehr das Feuer seiner Männer in die richtige Richtung zu dirigieren. Daher kann es durchaus sein, dass seine Magazine nur mit Leuchtspurgeschossen geladen sind, um damit Ziele für die anderen Schützen seines Trupps zu “markieren”.  Dazu setzt er auch seinen Granatwerfer ein, mit dem er Rauch- oder Nebelgranaten verschießt, während sein Funker Hubschrauber zur Evakuierung oder Feuerunterstützung ruft.

Der RTO (alte Bezeichnung für Radio Telephone Operator) oder Funker ist in gewisser Weise das Packmuli für den Patrol Leader. Seine Aufgabe besteht darin die gesamte Funkausrüstung (zur externen Kommunikation) des Trupps zu tragen und zu bedienen. Die Funkausrüstung ist die einzige Verbindung des Trupps um Luftunterstützung, Artillerieunterstützung oder aber im Notfall einen Hubschrauber zur schnellen Evakuierung anzufordern. Ein guter Funker ist in der Lage immer eine Verbindung zum Hauptquartier herzustellen, unabhängig von Gelände oder Umgebung. Dazu nutzt er seine speziellen Feldantennen und seine Fähigkeiten fast jedes technische Kommunikationsproblem lösen zu können. Er ist verantwortlich für die Erstellung eines Kommunikationsplans mit entsprechenden Kanälen, Rufnamen und Codes inklusive einer Ausführungscheckliste (gelandet, entdeckt, Ziel zerstört, bereit zur Abholung usw.). Neben dem Funkgerät führt er Ersatzbatterien, verschieden Antennen, ggf. mit dem Funkgerät zu verwendende Daten Eingabe-/Ausgabegeräte oder sogar ein zweites Funkgerät mit sich.

Das am meisten eingesetzte Langstreckenfunkgerät ist das LST-5C SATCOM, welches eine Satelitenverbindung benötigt. Das A/N PRC-150, hergestellt von Harris, ist ebenfalls in der Lage über einen ganzen Kontinent zu senden und zu empfangen, vorausgesetzt die äußeren Umstände (wie Wetter o.ä.) stimmen. Das A/N PRC-138 ist die Einmannversion des RF-5000 Series Transceiver Systems und vereint die Möglichkeiten eines HF- und VHF-Funkgerätes in einem Gerät. Das A/N PRC-117F ist ebenfalls ein Multi-Band Funkgerät, das mehren hundert Benutzern erlaubt sich gleichzeitig einen SATCOM Kanal zu teilen. Im UHF Bereich wird das leichte Ratheon A/N PRC-113 eingesetzt. Es wurde für die taktische Kommunikation über kurze Distanzen zwischen Boden- bzw. Boden-Lufteinheiten entwickelt.

Der Funker fungiert daneben auch als Grenadier und ist daher mit einer M4/M203 Kombination ausgerüstet.

Der Machine Gunner oder Maschinengewehrschütze ist der Bassgitarrist einer SEAL Symphonie. Seine Aufgabe ist Rock’n’Roll mit seiner Waffe zu spielen, wenn der Trupp in Not gerät. Ausgestattet mit einem MK43 Mod 0 (mittlerweile abgelöst durch das MK46 Mod 0 und MK48 Mod 0) und jeweils mehreren hundert Schuss Munition verleiht der Machine Gunner dem gesamten Team eine enorme Feuerkraft. Sein Job ist nicht einfach. Seine Waffe, vor allem wenn es sich um das M60 handelt, und die große Menge an Munition sind schwerer als die seiner Kameraden. Aber wenn während eines echten Feuergefechts beide 60er eines Trupps ihr Lied spielen und die anderen Instrumente in die Melodie mit einstimmen, dann bist du froh, dass du sie auf deiner Seite hast. Der Machine Gunner ist oft mit einem speziellen Koppeltragesystem ausgestattet, das es ihm erleichtert die schweren Patronengurte zu tragen, und in welches oftmals eine Art Schwimmweste integriert ist.

Der Corpsman ist der Sanitäter des Trupps und damit für kranke oder verwundete Truppmitglieder während einer Operation verantwortlich. Vor Missionsbeginn führt er eine detaillierte Analyse möglicher medizinischer Gefahren durch, die das Operationsgebiet mit sich bringen könnten (Krankheitsgefahren, extremes Klima usw.). Und arbeitet einen Plan aus, wie verletzte Kameraden am besten aus dem Einsatzraum zu evakuieren sind. Der Corpsman muss verschiedene Lehrgänge (z.B. Delta Medic Course) der Navy und der Army besucht haben, bevor er als Truppsanitäter eingesetzt werden darf. Erst dann ist er in der Lage alle notwendigen medizinischen Maßnahmen richtig durchführen zu können. Er sorgt darüber hinaus dafür, dass die SEALs genügend Wasser zu sich nehmen und nicht dehydrieren, und versorgt sie mit Antibiotika und anderen notwendigen Medikamenten. Zuerst aber ist er, wie jedes andere Teammitglied auch, ein Schütze. In einem Feuergefecht setzt ein Corpsman solange seine Waffe ein, bis ein anderer SEAL zu Boden geht. Dann wird er zum Sanitäter und widmet seine ganz Aufmerksamkeit der medizinischen Versorgung seines Kameraden, während der Patrol Leader versucht den Trupp in ein sicheres Gebiet zu führen, um die Verwundeten zu evakuieren.

Wenn der Point Man plötzlich auf die “bösen Buben”€ stößt und aus kurzer Entfernung seinen ersten Schuss plaziert hat, dann hat die Patrouille entweder die Möglichkeit in Deckung zu gehen und die ganze Sache mit der gegnerischen Truppe auszufechten oder aber sie macht einen schnellem Sprint zurück zum Strand. In jedem Fall hat der Point Man mit seiner Schrotflinte nur begrenzte Möglichkeiten: er kommt außer Schussweite, oder er hat keine Munition mehr, oder beides. Darum gehören einer Patrouille auch immer ein oder mehrere Schützen an. Diese Riflemen sind mit Maschinenpistolen, Gewehren oder Scharfschützengewehren ausgerüstet und tragen eine Menge Munition und Handgranaten mit sich herum.

Die zwei verwundbarsten Stellen einer Patrouille sind ihr Anfang und ihr Ende. Entweder stößt man auf Ärger oder der Ärger spürt dich von hinten auf. Darum müssen die beiden Männer, der Point Man an der Spitze und der Tail Gunner am Ende der Linie, extrem gut sein. Der Tail Gunner ist während eines Gefecht ein Schütze, aber während der Patrouille sichert er den rückwärtigen Bereich. Er richtet seinen Augen und Ohren auf den Weg hinter dem Trupp und achtet auch jede Bewegung oder jedes ungewöhnliche Geräusch hinter dem Trupp. Es wäre ein Fehler die Aufmerksamkeit des gesamten Trupps nach vorne zu richten und den Rücken unbeachtet zu lassen. Daher sichert der Tail Gunner den Trupp vor jeglichen Überraschungen oder Angriffen von hinten ab. Dazu trägt er in der Regel eines der beiden gekürzten M60E3 (bzw. Mk46 Mod ( Mk48 Mod 0) des Trupps und führt eine nicht geringe Anzahl von Rauch-, Gas- und Phosphorgranaten mit sich, um damit den Feind zu bekämpfen und zu irritieren. Häufig zählen zu seiner Ausrüstung auch Claymore Minen oder Sprengfallen mit denen er Hinterhalte für mögliche Verfolger legen kann.

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